Ironman 70.3 Wiesbaden

Im Rahmen der Europameisterschaften über die Ironman 70.3 Distanz stand gestern mein dritter Start über die Halb- Ironman Distanz auf dem Programm. Auf der wahrscheinlich härtesten Radstrecke der Serie wollte ich vor allem auch testen, wie ich im Vergleich zu den besten Radfahrern auf solch einer harten Radstrecke bestehe.
Durch die Aufgabe bei den Staatsmeisterschaften und einem darauffolgenden Trainingsausfall aufgrund eines Infekts ging ich eher unsicher ins Rennen und wollte das Rennen einfach nur möglichst gut ins Ziel bringen.
Das Schwimmen im Raunheimer Waldsee begann ich etwas zu passiv und so verpasste ich eine 3- Mann Spitzengruppe, die sich nach ca. 1000m bildete. Dennoch hatte ich mein bisher bestes Schwimmen in der heurigen Saison und stieg relativ entspannt als  6. aus dem Wasser.
Auf dem Rad hielt ich mich zunächst etwas zurück, zumindest die ersten 10km bis es in die Berge ging. Ab km 15 ging es dann richtig zur Sache und der spätere Sieger Bart Aernouts legte ein enormes Tempo vor. Bis km 45 lag ich noch in Sichtweite auf Platz 3, danach rächten sich allerdings das zu hohe Tempo und die zuvor komplett verlorene Eigenverpflegung. Somit musste ich mich irgendwie zur nächsten Verpflegungsstation bei km 65 retten, verlor viel Zeit und fuhr gefühlsmäßig Schlangenlinien. An der Verpflegungsstation blieb ich fast stehen und packte einen gefühlten Jahresvorrat an Powergels und Getränken ein. Durch den Energieschub konnte ich mich wieder etwas fangen und die letzten Radkilometer wieder etwas Druck machen.
Beim Laufen fühlte ich mich auf den ersten 10km extrem leer, verlor 2 Plätze und lief auf dem 16. Platz. Ich kämpfte aber nicht mehr hauptsächlich um eine gute Platzierung, sondern nur mehr mit mir selbst. Die zweite Hälfte lief ich wieder etwas besser und konnte einen Konkurrenten überholen, dennoch war an richtig schnelles Laufen nicht mehr zu denken, der Hungerast am Rad hatte mir wahrscheinlich einfach zu viele Körner gekostet.

Schließlich lief ich als 15. (13. in der Europameisterschaftswertung) ins Ziel und erreichte mein Ziel einer Top 15 Platzierung. Im Ziel überwog die Freude mich ins Ziel gekämpft zu haben und und über den sensationellen Vize- Euopameistertitel meines Kollegen Maurice Clavel, mit dem ich mich in Wiesbaden auf das Rennen vorbereitet habe, auch wenn mein Rennen weit entfernt vom Optimum war.

In knapp 3 Wochen steht bereits der für heuer letzte Halb- Ironman in Zell am See auf dem Programm, bevor ich die Saison mit 1-2 kleineren Rennen abschließen werde. Bereits jetzt habe ich auf den längeren Distanzen sehr viel gelernt und weiß was es im Winter trainingsmäßig zu verbessern gibt.

wiesbaden_schwimmenFoto: gettyimages

wiesbaden_rad wiesbaden_rad2wiesbaden_laufFotos: Marcel Hilger

rad_ingokutscheFoto: Ingo Kutsche