Ironman 70.3 St. Pölten – 5. Rang

josefsalomon_radtriaguide_lauftriaguide_zielamboden5. Platz beim sehr stark besetzten Ironman 70.3 in St. Pölten – ein Ergebnis, dass ich mir nicht einmal selbst zugetraut hätte. Nach meiner Schnittverletzung beim Triathlon in Obergrafendorf konnte ich vor dem Wettkampf kaum trainieren und hatte meine Premiere auf der Mitteldistanz eigentlich schon um einen Monat nach hinten verschoben. Nachdem der Finger aber überraschend gut verheilte, entschied ich mich schließlich 4 Tage vor dem Rennen mit meinem Coach Lubos doch noch für einen Start.

Das Rennen selbst verlief überhaupt nicht so, wie ich es mir erwartet hätte, allerdings nicht im negativen Sinn. Einzig im Schwimmen war ich vom hohen Tempo etwas überrascht. In der zweiten Hälfte des Schwimmens verlor ich sogar mehrmals den Kontakt zur Spitzengruppe und kam schließlich mit Eneko Llanos mit ein paar Sekunden Rückstand in die erste Wechselzone. Somit musste ich beim Schwimmen bereits mehr Energie investieren, als ich es mir erhofft hätte, was aber sicherlich mit der Zwangspause aufgrund meines Fingers zu zu tun hatte.

Auf den ersten Kilometern ging es auf der Autobahn mit Höchstgeschwindigkeit auf die Verfolgung der Spitze um Casadei und Halksworth. Am ersten Berg konnten wir die Spitze stellen und durch das hohe Tempo schrumpfte die Spitze auf 7 Mann. Einzig Marino Vanhoenacker konnte von hinten aufschließen und sich später noch über 3min absetzen.  Am Rad fühlte ich mich extrem stark und hatte keine Probleme der Spitze zu folgen. Somit war in der zweiten Wechselzone noch alles offen, ehrlich gesagt spekulierte ich zu diesem Zeitpunkt sogar auf eine Platzierung unter den Top 3.

Doch auf der Laufstrecke merkte ich schnell, dass der Radpart deutlich mehr Körner gekostet hatte, als ich gedacht hatte und somit ging es mehr um die Absicherung eines Top 6 Ergebnisses, das gleichbedeutend mit dem Gewinn von Preisgeld und einer Teilnahme an der Siegerehrung war. Gegen Ende wurde es nochmals sehr eng und Kramer Christian kam mir zwischenzeitlich sehr nahe. Doch letztendlich schaffte ich es sogar noch mit letzter Kraft den Franzosen Costes auf der Zielgerade zu überholen und sicherte mir überglücklich den 5. Rang bei meinem ersten Rennen über die Mitteldistanz.

Der Ironman 70.3 in St. Pölten war ein unglaubliches Rennen, auch abgesehen von meinem nahezu perfekten Wettkampf. Die tolle Stimmung, über 2000 Athleten, viele bekannte Gesichter, eine Triathleten- Invasion aus dem Ländle, ein tolles Profifeld und viele andere Faktoren machten den Sonntag zu einem unvergesslichen Ergebnis. Das war bestimmt nicht mein letzter Start in St. Pölten.

Getrübt wurde das Wochenende lediglich dadurch, dass sich medial wieder einmal fast alles nur um zwei Athleten drehte, die bereits Dopingsperren hinter sich haben. In Anbetracht der sensationellen Leistungen von Michi Herlbauer, Thomas Steger und mir, aber auch allen anderen Teilnehmern, die ihren Sport ohne unerlaubten Mitteln bestreiten, ist das meiner Meinung nach nicht die beste Botschaft für den Nachwuchs, andere Sportler und der Sportart Triathlon im Allgemeinen.

Hier kann sich jeder seine eigene Meinung bilden, aber für mich ist es völlig unverständlich, warum sich alles um einen Athleten dreht, der noch vor einem halben Jahr aufgrund eines Dopingvergehens gesperrt war, oder um eine Athletin, die erwiesenermaßen nicht nur in großem Umfang gedopt hat, sondern zusätzlich noch mit anderen Taten wie etwa einem Bestechungsversuch im Dopinglabor Seibersdorf negative Schlagzeilen machte und meiner Meinung nach im Triathlonsport absolut nichts mehr verloren hat.

Ein Startverbot ist rechtlich leider nicht möglich, doch muss man diesen Athleten auch noch diese Oberfläche geben? Meiner Meinung nach „NEIN“, und dass ich mit dieser Meinung nicht alleine dastehe, zeigen die vielen Kommentare und Nachrichten auf Facebook & Co.

Ein Appell an die Medien: Vielleicht könnte man in Zukunft über Athleten wie Lisa Hütthaler oder Michael Weiß reduziert und unaufgeregt berichten – die Geschichten und Hintergründe jedoch dem „sauberen Sport“ widmen. So verteilt sich möglicherweise auch der Sponsorkuchen nachhaltiger & fairer.